Sage 50 Touchkasse

Sie setzen Sage 50 Connected (Auftrag) zur Auftragsverwaltung ein und möchten einen oder mehrere Arbeitsplätze als Kassenarbeitsplatz für Barverkäufe einrichten? Mit dem optionalen Sage 50 Connected Modul Touchkasse und der passenden Hardware ist dies kein Problem.

In den nachfolgenden Abschnitten erhalten Sie einen Überblick, welche Komponenten für ein funktionierendes Kassensystem benötigt werden, wobei die drei zuletzt genannten Komponenten (Barcodescanner, Kundendisplay, EC-Cash Terminal) nicht zwingend erforderlich sind, aber je nach Anforderung eine sinnvolle Ergänzung darstellen können. 

Programm-Modul

Die Touchkasse ist ein Erweiterungsmodul für Sage 50 Connected und Sage 50 Auftrag Connected, das in der Ausprägung Comfort oder höher optional freigeschaltet werden kann. In der Ausprägung Sage 50 Connected Quantum ist die Touchkasse bereits ohne Aufpreis freigeschaltet. 

Die Touchkasse ermöglicht die Einrichtung eines oder mehrerer Kassenarbeitsplätze für Barverkäufe. Die Bedienung des Moduls erfolgt wahlweise über einen berührungsempfindlichen Monitor (Touchmonitor), ggf. mittels Unterstützung durch einen Barcodescanner oder klassisch über Tastatur und Maus.

Die zum Verkauf stehenden Artikel werden in Kacheln, die sich auch gruppieren lassen, auf dem Monitor dargestellt und lassen sich mit einem Fingerdruck auf dem Touchmonitor oder alternativ per Mausklick fakturieren.

Für einen Kassenarbeitsplatz werden die nachfolgenden Hardwarekomponenten benötigt

PC-Ausstattung

Für einen Kassen-PC wählen Sie entweder einen handelsüblichen PC zusammen mit einem berührungsempfindlichen Monitor oder idealerweise direkt einen All-In-One PC mit integriertem Touch-Display. Einzelne Monitore – wir empfehlen hier eine Größe von 19 Zoll – erhalten Sie z.B. vom Hersteller Iiyama.

Passende All-In-One-PC mit einem attraktiven Preis-Leistungsverhältnis, die auch für den Einsatz in rauhen POS-Umgebungen geeignet sind, bietet z.B. der Hersteller Shuttle an.

TSE-Modul

Der deutsche Gesetzgeber verlangt manipulationssichere Aufzeichnung von Geschäftsdaten im Einzelhandel und in der Gastronomie. Eine TSE (Technische Sicherheitseinrichtung) ist ein Hardware-Modul, das in elektronischen Registrierkassen, Taxametern und ähnlichen Geräten integriert ist. Ihre Hauptaufgabe ist die sichere Aufzeichnung von Bargeldtransaktionen und die Bereitstellung dieser Daten für das Finanzamt. Der Begriff «TSE» stammt aus der deutschen Kassensicherheitsverordnung (KassenSichV), die die vollständige, unveränderte und fälschungssichere Dokumentation von Geschäftsvorfällen zur Verhinderung von Steuerhinterziehung vorschreibt. TSE-Geräte müssen zertifiziert sein, um den Anforderungen der KassenSichV zu genügen.

Das TSE-Modul, das für die Nutzung mit der Sage 50 Touchkasse geeignet ist, wird in Form einer Micro-SD-Karte ausgeliefert, auf der sämtliche Barverkäufe gespeichert werden. Der verwendete PC sollte idealerweise bereits über einen integrierten Kartenleseschacht verfügen, in die das TSE-Modul eingelegt werden kann. Das TSE-Modul hat eine begrenzte Gültigkeit von 5 Jahren und muss danach durch ein neues Modul ersetzt werden.

Kassenschublade

Die Kassenschublade dient der Aufbewahrung des Bargeldes. Sie öffnet sich automatisch durch einen elektrischen Impuls, den sie vom an den PC angeschlossenen Bondrucker in dem Moment erhält, wenn der Ausdruck des Kassenbons startet. 

Bondrucker

Hier handelt es sich um einen Belegdrucker, der auf Thermo-Papierrolle, also ohne Verwendung von Toner oder Tinte druckt. Je nach Ausstattung kann das Gerät per USB-Kabel, Netzwerkkabel oder über das W-LAN mit dem PC verbunden werden.

Barcodescanner

Ein Barcodescanner ermöglicht die Erfassung von Artikeln über einen Strichcode (EAN-Code), der sich bereits auf der Verpackung des Artikels befindet. Dieser EAN-Code kann im Artikelstamm von Sage 50 (Auftrag) Connected optional zur individuellen Artikelnummer erfasst werden.

Sofern sich kein EAN-Code auf der Artikelverpackung befindet, kann auch die Artikelnummer mit Sage 50 Connected auf ein Etikett als Barcode gedruckt und nachträglich auf den Artikel geklebt werden. Für den Druck eignen sich spezielle Etikettendrucker, die ähnlich wie ein Bondrucker Klebeetiketten von einer Papierrolle mittels Thermodruck bedrucken.

Die Nutzung eines Barcodescanners stellt eine Alternative oder Ergänzung zur Artikelerfassung dar. Artikel können so wahlweise über die Touch-Oberfläche des Bildschirms oder mit dem Scanner fakturiert werden. Die parallele Nutzung beider Eingabemedien ist möglich.

Barcodescanner werden je nach Modell über ein Kabel oder drahtlos (z.B. mittels Bluetooth) mit dem PC verbunden. Der verwendete PC sollte daher idealerweise über eine integrierte Bluetooth-Schnittstelle verfügen.

An der Verkaufsfront werden üblicherweise Barcodes im sog. 1D-Format (eindimensional) verwendet. Dabei handelt es sich um eine Folge unterschiedlich dicker senkrechter Striche hinter der sich eine äquivalente Zeichenkette (Zahlen und Buchstaben), der besagte EAN-Code verbirgt. Eine sukzessive Umstellung von Artikeln auf das 2D-Format, auch QR-Code genannt, ist in Planung, bzw. bereits teilweise umgesetzt. Dieses Format ermöglicht die Speicherung größerer Datenmengen (z.B. zusätzlich Chargen- oder Seriennummern, MHD oder eine digitale Anbindung zu Websites).

Bei der Wahl des Scanners sollten Sie daher darauf achten, ob eine 1D-Unterstützung ausreichend ist oder ob auch QR-Codes gescannt werden sollen. Scanner, die beide Formate scannen können (1D + 2D), sind teurer in der Anschaffung.

Ein Scanner kann zusätzlich in Sage 50 Connected genutzt werden, um die Zählung der Artikel während einer Inventur durchzuführen. 

Kundendisplay

Das Kundendisplay dient der Anzeige von Artikel- und (Gesamt)-Preis während des Kassiervorgangs. Es kann optional eingesetzt werden und sorgt für ein besseres Einkaufserlebnis beim Kunden. 

EC-Cash Terminal

Bargeldloses Zahlen mit Karte ist in Deutschland mittlerweile die am häufigsten genutzte und beliebteste Zahlungsform. Das gilt nicht nur für die Jüngeren, sondern für alle Altersgruppen und für alle Zahlungsbeträge: Während früher vor allem höhere Beträge mit Karte gezahlt wurden, bevorzugen Kunden heute auch bei kleinen Beträgen Kartenzahlung (das schließt Mobile Payment via Smartphone mit ein). Händler und Dienstleister sollten ihren Kunden also die Möglichkeit der Kartenzahlung geben. Mit stationären und mobilen EC-Terminals ist das heute problemlos überall dort möglich, wo eine Internetverbindung vorhanden ist.

Wie funktioniert ein EC-Cash-Terminal?

EC-Kartenlesegeräte bestehen zunächst aus der Hard- und Software des eigentlichen Terminals. Das allein reicht aber nicht aus, um Kartenzahlungen zu ermöglichen. Die eigentliche Zahlungsabwicklung basiert auf dem sogenannten Zahlungsdienstleistungs- oder Akzeptanz-Vertrag.

Dieser Vertrag ist mit dem Mobilfunkvertag fürs Smartphone vergleichbar; erst dieser mit einem Mobilfunk-Provider abgeschlossene Vertrag ermöglicht das Telefonieren. Genauso verhält es sich auch beim Akzeptanz-Vertrag, der mit einem Zahlungsdienstleister abzuschließen ist. Und analog zum Mobilfunkvertrag ist der Akzeptanz-Vertrag auch der entscheidende Kostenfaktor bei der bargeldlosen Zahlungsabwicklung.

EC-Terminals sind komplexe und teure High-Tech-Geräte. Um hohe Einstiegskosten zu vermeiden, hat sich allgemein als übliche Gebühr für Kartenzahlung die monatliche Geräte-Miete etabliert – wiederum vergleichbar mit Mobilfunkverträgen, bei denen die monatliche Grundgebühr eine Miete für ein Mobiltelefon beinhaltet. Das „klassische“ Vertragsmodell mit monatlicher Grundgebühr plus Kosten für einzelne Zahlungen eignet sich jedoch nicht für jeden Geschäftsinhaber. Viele Zahlungsdienstleister bieten deshalb alternative Vertragsmodelle an, die sich z.B. an „Wenig-Kassierer“ oder „Viel-Kassierer“ richten. So findet sich für jedes Geschäft der passende Vertrag, abhängig von bargeldlosen Umsatzzahlen, Häufigkeit bzw. Anzahl bargeldloser Zahlungen und Produktgewinnspannen.